"Israelfeindliche Aktivisten blasen in der Partei zum Rachefeldzug.
-
"Israelfeindliche Aktivisten blasen in der Partei zum Rachefeldzug. Andersdenkende sollen herausgedrängt werden."
Das ist einer der Gründe, neben den Positionen zum russischen Angriffskrieg, warum ich bei der letzten Bundestagswahl erst nach endlos langen Nächten und mit Bauchschmerzen eine schwere Entscheidung getroffen hatte. Wir brauchen gerade in diesen Zeiten eine starke linke Oppositionspartei, aber so werden wir in Zukunft nicht mehr zusammenkommen.
In Chatgruppen wird zu „Säuberungsaktionen“ aufgerufen: Mobbing bei der Linkspartei eskaliert
Israelfeindliche Aktivisten blasen bei der Linken zum Rachefeldzug. Andersdenkende sollen herausgedrängt werden. Die Partei fürchtet, die Versuche könnten Erfolg haben.
(www.tagesspiegel.de)
@OchMensch Ich würde nichts glauben was der Tagesspiegel schreibt. Ich war auf dem Bundeskongress und habe kaum eine harmonischere Veranstaltung von der Linksjugend bundesweit erlebt. Es geht hier wirklich um eine kleine Gruppe an Menschen die so verhärtet in ihren Positionen ist das sie lieber zu den Medien rennt anstelle zu versuchen Dinge irgendwie anders zu klären.
-
@OchMensch Ich würde nichts glauben was der Tagesspiegel schreibt. Ich war auf dem Bundeskongress und habe kaum eine harmonischere Veranstaltung von der Linksjugend bundesweit erlebt. Es geht hier wirklich um eine kleine Gruppe an Menschen die so verhärtet in ihren Positionen ist das sie lieber zu den Medien rennt anstelle zu versuchen Dinge irgendwie anders zu klären.
Dann habe ich ein paar Fragen.
- Trifft es zu, dass Israel in eurem Antrag als "koloniales und rassistisches Staatsprojekt" bezeichnet wird?
- Wen meint ihr mit "revolutionären Bewegungen in der Region", die von euch zu unterstützen sind und mit welchem Ziel?
- Trifft es zu, dass Änderungsanträge, die zum Beispiel auch das Leid der von der Terrororganisation Hamas genommenen israelischen Geiseln einbeziehen wollten, abgelehnt wurden?
-
Dann habe ich ein paar Fragen.
- Trifft es zu, dass Israel in eurem Antrag als "koloniales und rassistisches Staatsprojekt" bezeichnet wird?
- Wen meint ihr mit "revolutionären Bewegungen in der Region", die von euch zu unterstützen sind und mit welchem Ziel?
- Trifft es zu, dass Änderungsanträge, die zum Beispiel auch das Leid der von der Terrororganisation Hamas genommenen israelischen Geiseln einbeziehen wollten, abgelehnt wurden?
Gerne beantworte Ich deine Fragen, @OchMensch!
1. Nein, es trifft nicht zu, denn das wurde nicht gesagt.
Im Antrag steht „[...] den kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts, der sich von seinen Anfängen bis heute in der Eroberung neuer Gebiete und in der Vertreibung ihrer Einwohner:innen ausdrückt, anzuerkennen”
2. Revolutionäre Bewegungen meint linke Bewegungen. Diese werden im Leitantrag sogar explizit benannt: Youth Against Settlements, AlQaws, Mesarvot, Popular Struggle Coordination Commitee, Hadash.
Das Ziel dieser Bewegungen soll es sein eine sozialistische Lösung im nahen Osten zu schaffen da wir dies als einzigen Weg für nachhaltigen Frieden sehen.
3. Ja, das trifft zu, ist aber missverständlich ausgedrückt. Diese Anträge wurden nicht abgelehnt weil sie das Leid der Geiseln durch die Hamas benennen (*ein Beschluss den wir längst haben*) sondern weil es ein Ersetzungsantrag war. Der Änderungsantrag der von Delegationen aus der Linksjugend ['solid] Thüringen gestellt wurde, hat den gesamten Antrag A12 umgeschrieben. Kein Wort wäre gleich geblieben. Sicherlich wurde darin auch das Leid das durch die Hamas ausgelöst wurde erwähnt, Ich habe mir Änderungsantrag nicht im Detail durchgelesen und habe dagegen gestimmt, da Ich den originalen Antrag A12 gutheiße und diesen nicht vollständig ersetzt haben will, mit etwas das die gleichen Aussagen in einer etwas abgeschwächteren Form bringt.
Ich hoffe das beantwortet deine Fragen, stell aber gerne weitere falls du Details brauchst oder Rückfragen hast!
-
Gerne beantworte Ich deine Fragen, @OchMensch!
1. Nein, es trifft nicht zu, denn das wurde nicht gesagt.
Im Antrag steht „[...] den kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts, der sich von seinen Anfängen bis heute in der Eroberung neuer Gebiete und in der Vertreibung ihrer Einwohner:innen ausdrückt, anzuerkennen”
2. Revolutionäre Bewegungen meint linke Bewegungen. Diese werden im Leitantrag sogar explizit benannt: Youth Against Settlements, AlQaws, Mesarvot, Popular Struggle Coordination Commitee, Hadash.
Das Ziel dieser Bewegungen soll es sein eine sozialistische Lösung im nahen Osten zu schaffen da wir dies als einzigen Weg für nachhaltigen Frieden sehen.
3. Ja, das trifft zu, ist aber missverständlich ausgedrückt. Diese Anträge wurden nicht abgelehnt weil sie das Leid der Geiseln durch die Hamas benennen (*ein Beschluss den wir längst haben*) sondern weil es ein Ersetzungsantrag war. Der Änderungsantrag der von Delegationen aus der Linksjugend ['solid] Thüringen gestellt wurde, hat den gesamten Antrag A12 umgeschrieben. Kein Wort wäre gleich geblieben. Sicherlich wurde darin auch das Leid das durch die Hamas ausgelöst wurde erwähnt, Ich habe mir Änderungsantrag nicht im Detail durchgelesen und habe dagegen gestimmt, da Ich den originalen Antrag A12 gutheiße und diesen nicht vollständig ersetzt haben will, mit etwas das die gleichen Aussagen in einer etwas abgeschwächteren Form bringt.
Ich hoffe das beantwortet deine Fragen, stell aber gerne weitere falls du Details brauchst oder Rückfragen hast!
Alleine schon der erste Absatz bestätigt meine Einschätzung: Die Aberkennung des Existenzrechts Israels mit anderen Worten, und damit habt ihr eindeutig eine rote Linie überschritten. Zudem verdreht es einige historische Fakten, schiebt nur eine Seite die Schuld am Konflikt zu und lässt die Gründe und Rahmenbedingungen für die Gründung Israels völlig außen vor.
Ich empfehle dazu das Buch "Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems“ von Benny Morris.
https://taz.de/Das-palaestinensische-Fluechtlingsproblem/!6101654/ -
Alleine schon der erste Absatz bestätigt meine Einschätzung: Die Aberkennung des Existenzrechts Israels mit anderen Worten, und damit habt ihr eindeutig eine rote Linie überschritten. Zudem verdreht es einige historische Fakten, schiebt nur eine Seite die Schuld am Konflikt zu und lässt die Gründe und Rahmenbedingungen für die Gründung Israels völlig außen vor.
Ich empfehle dazu das Buch "Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems“ von Benny Morris.
https://taz.de/Das-palaestinensische-Fluechtlingsproblem/!6101654/"Existenzrecht" bedeutet für dich was genau?
-
"Existenzrecht" bedeutet für dich was genau?
Das bedeutet, dass der Staat Israel als solches sein Existenzrecht hat und nicht grundlegend in Frage gestellt wird. Das macht der Beschluss der Linksjugend allerdings, wenn auch verklausuliert und geschichtlich verzerrt und einseitig "begründet".
-
Gerne beantworte Ich deine Fragen, @OchMensch!
1. Nein, es trifft nicht zu, denn das wurde nicht gesagt.
Im Antrag steht „[...] den kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts, der sich von seinen Anfängen bis heute in der Eroberung neuer Gebiete und in der Vertreibung ihrer Einwohner:innen ausdrückt, anzuerkennen”
2. Revolutionäre Bewegungen meint linke Bewegungen. Diese werden im Leitantrag sogar explizit benannt: Youth Against Settlements, AlQaws, Mesarvot, Popular Struggle Coordination Commitee, Hadash.
Das Ziel dieser Bewegungen soll es sein eine sozialistische Lösung im nahen Osten zu schaffen da wir dies als einzigen Weg für nachhaltigen Frieden sehen.
3. Ja, das trifft zu, ist aber missverständlich ausgedrückt. Diese Anträge wurden nicht abgelehnt weil sie das Leid der Geiseln durch die Hamas benennen (*ein Beschluss den wir längst haben*) sondern weil es ein Ersetzungsantrag war. Der Änderungsantrag der von Delegationen aus der Linksjugend ['solid] Thüringen gestellt wurde, hat den gesamten Antrag A12 umgeschrieben. Kein Wort wäre gleich geblieben. Sicherlich wurde darin auch das Leid das durch die Hamas ausgelöst wurde erwähnt, Ich habe mir Änderungsantrag nicht im Detail durchgelesen und habe dagegen gestimmt, da Ich den originalen Antrag A12 gutheiße und diesen nicht vollständig ersetzt haben will, mit etwas das die gleichen Aussagen in einer etwas abgeschwächteren Form bringt.
Ich hoffe das beantwortet deine Fragen, stell aber gerne weitere falls du Details brauchst oder Rückfragen hast!
Irgendwie habe ich das Gefühl, der Antrag ist missverständlich genug, dass sowohl linke Antisemiten als auch Menschen, dir der Linkspartei insgesamt eine antisemitische Grundhaltung unterstellen wollen, sich bestätigt fühlen können.
Sehr ungeschickt.
Dabei stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die Positionierung der Jugendorganisation einer deutschen Partei überhaupt zur Befriedung des Nahen Ostens beitragen kann, insbesondere, wenn sie völlig ohne konkrete
1/2
-
Irgendwie habe ich das Gefühl, der Antrag ist missverständlich genug, dass sowohl linke Antisemiten als auch Menschen, dir der Linkspartei insgesamt eine antisemitische Grundhaltung unterstellen wollen, sich bestätigt fühlen können.
Sehr ungeschickt.
Dabei stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die Positionierung der Jugendorganisation einer deutschen Partei überhaupt zur Befriedung des Nahen Ostens beitragen kann, insbesondere, wenn sie völlig ohne konkrete
1/2
Forderungen daherkommt.
Das legt die Vermutung nahe, dass es gar nicht um die Menschen im Nahen Osten geht, sondern allein um den Gestus, sich risikofrei als mutige Kämpfer gegen die vermeintlichen Unterdrücker (natürlich Israel) zu inszenieren.
2/2
-
Das bedeutet, dass der Staat Israel als solches sein Existenzrecht hat und nicht grundlegend in Frage gestellt wird. Das macht der Beschluss der Linksjugend allerdings, wenn auch verklausuliert und geschichtlich verzerrt und einseitig "begründet".
@OchMensch @TheOneSwit Indem der historische Fakt der Vertreibung als Charakter des Staates beschrieben wird, was von der Nakba bis heute stimmt, wird kein Existenzrecht aberkannt. Darüber hinaus ist ein Existenzrecht das Anrecht eines Staates der jüdische Menschen schützt, aufgrund des historischen, jahrtauselangen andauernden Phänomen des Antisemitismus. Der beste Staat um jüdisches Leben zu schützen ist ein multikultureller, kein ethnonationalistischer Staat. Das heutige Israel kann kaum als ein sicherer Schutzstaat für jüdische Menschen beschrieben werden.
Ich empfehle z.B. Albert Einstein's Brief an die New York Times 1948 in welchen er gewisse israelische Parteien aufs schärfste kritisiert:
Ich finde es falsch zu sagen, dass der Antrag einseitig ist, wenn er lediglich die Geschichte akkurat so widerspiegelt wie sie geschehen ist.
Missverständlich ausgedrückt ist das nicht, eher leben wir in einem Deutschland in dem die politische Notwendigkeit besteht das falsch zu verstehen.
-
Forderungen daherkommt.
Das legt die Vermutung nahe, dass es gar nicht um die Menschen im Nahen Osten geht, sondern allein um den Gestus, sich risikofrei als mutige Kämpfer gegen die vermeintlichen Unterdrücker (natürlich Israel) zu inszenieren.
2/2
@mina @OchMensch Ich verstehe den Vorwurf, finde es aber komisch selektiv Grundsatzdebatten zu machen. Man kann bei jedem Beschluss jeder Partei und jeder Organisation hinterfragen was für einen Zweck es hat diese Positionierung klarzustellen.
Erstens bringt es Klarheit wie wir als Verband stehen, wo rote Linien sind, wie wir agieren und uns öffentlich positionieren sollen.
Darüber hinaus bringt es das woran wir glauben, wie man offenbar gerade merkt, in die Medien. Es startet eine Debatte und normalisiert langfristig unsere Positionen.
Es gibt dutzende Gründe warum Anträge wie diese gestellt und beschlossen werden, die wenigsten davon sind Selbstinszenierung. Das ist bei einem Gremium von 200 Personen auch schwer zu charakterisieren.
Der Antrag wurde übrigens von Palästinenser:innen verfasst. Ich finde es schwierig den Vorwurf, das es nicht um die Menschen im Nahen Osten geht, einfach so stehen zu lassen.